Senkrecht, erhebend
Die Kraft, an der wir uns orientieren können, ist für viele von uns wieder spürbar. Und wenn ich Patienten darauf aufmerksam mache, beginnt sie, heilend auf uns einzuwirken.
✴️ Die Achse neu entzünden
Vom Megalith zum Therapeuten – Fragmente eines vertikalen Gedächtnisses
🌊 Prolog – Das aufsteigende Wasser
Es gibt ein Geheimnis, das nur ein geduldiger Blick wahrnehmen kann: das des Lachses, der zur Zeit seiner Rückkehr flussaufwärts an den Ort seiner Geburt schwimmt. Man hat ihn gesehen, wie er senkrecht in die Höhe sprang, Wasserfälle von mehreren Metern überwand – und das scheinbar ohne die nötige Muskelkraft.
Viktor Schauberger, ein visionärer Förster, glaubte nicht an ein tierisches Wunder. Für ihn war dieser unmögliche Sprung das Zeichen eines anderen Gesetzes. Lebendiges Wasser, sagte er, fließt an bestimmten Orten nicht einfach nach unten: es spiraliert, implodiert und erzeugt eine natürliche Auftriebskraft – eine Art Levitation, die dem Leben innewohnt. Der Lachs erzwingt nichts. Er richtet sich aus.
„Der Lachs springt nicht.
Er richtet sich aus.
Er folgt einer vergessenen vertikalen Kraft.“
Was Schauberger erahnte, hatten andere – lange vor ihm – vielleicht nicht gewusst, aber sie haben es gespürt. Und sie haben es in Stein eingeschrieben. Vielleicht nannten sie diese Kraft nicht, aber sie haben sie geformt, ausgerichtet, gebündelt. Vielleicht haben die alten Baumeister die Blöcke nicht gehoben, sondern sie im eigenen Auftrieb begleitet – wie der Lachs im Wasserfall.
🪨 Poulnabrone – Der aufgerichtete Stein lebt
Ich habe einen Dolmen besucht. Nicht irgendeinen – Poulnabrone. Er steht auf Kalksteinboden, vom Wind gepeitscht, in Nebel gehüllt. Nichts schien sich zu bewegen. Und doch.
Aus der Ferne – keine Reaktion. Das Pendel blieb reglos, als wäre der Stein nur ein totes Relikt. Ich erwartete Resonanz – eine Welle, eine Spannung – aber da war nichts.
Diese energetische Leere überraschte mich. Sie widersprach allem, was ich über solche Orte empfunden hatte. Und aus diesem Unverständnis heraus entstand spontan eine neue Frage:
Was, wenn die zu erkundende Achse nicht horizontal, sondern vertikal ist?
Ich erwartete nichts. Ich lenkte meine Aufmerksamkeit – wie ein Blick nach innen. Und dort, entlang der Nord-Süd-Ausrichtung, erschien eine Spannung. Keine diffuse Strahlung, keine kreisförmige Welle. Eine präzise vertikale energetische Achse, genau ausgerichtet auf den Dolmen. Das Pendel, in dieser unsichtbaren Linie aufgehängt, begann zu schwingen. Nicht im Kreis – sondern nach oben gezogen.
Es war kein Effekt. Es war ein Ruf. Und was, wenn dieses Monument nicht nur ein Grab oder ein astronomischer Marker war? Was, wenn es dort errichtet wurde, wo die Erde sich noch erinnern kann, wie man aufsteigt?
🌀 Almendres – Wellen im Raum
Ein anderes Mal, in Almendres, spürte ich schon aus 300 Metern Entfernung eine Reihe von energetischen Wellen. Das Pendel reagierte rhythmisch, wie auf die konzentrischen Wellen, die entstehen, wenn ein Stein ins Wasser fällt. Diese Wellen waren nicht das Echo einer alten Energie. Es war, als ob das Ereignis selbst gerade geschah – in der Gegenwart, unter unseren Füßen. Nicht vergangen, sondern lebendig. Und wir, Teil davon.
🖐️ Die vertikale Hand
Wenn der Mensch aufsteht, richtet er sich ebenfalls entlang einer Achse aus. Die Vertikalität ist keine triviale Gegebenheit. Sie strukturiert das Nervensystem, prägt die Raumwahrnehmung – und die Hand spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Groteske der neurologischen Karte, der Homunkulus, zeigt es: Die Hand ist überrepräsentiert im Gehirn. Vielleicht, weil sie nicht nur ein Werkzeug ist – sondern ein Antennensystem. In der vertikalen Achse unserer Physiologie könnte sie hören, fühlen, leiten.
🩺 Ein therapeutischer Schluss
Viele werden sich für megalithische Energiephänomene interessieren. Aber mein Weg ist ein anderer. Ich bin Therapeut. Mein Ziel ist nicht nur das Staunen, sondern die Anwendung. Was wäre, wenn das, was dort geschieht – die Bündelung, die Vertikalisierung, das implodierende Wasser – auch im Menschen selbst stattfinden könnte?
Heilung ist vielleicht nichts anderes als das Wiederentfachen dieser inneren Achse. Ein Mensch, der seine Richtung verliert, verliert oft zuerst seine vertikale Ausrichtung – und mit ihr den Sinn, die Lebenskraft, den Bezug zur Erde und zum Himmel. Was ich mit meinen Händen tue – sei es durch Magnetismus, Wasser, homöopathische Dynamik – ist letztlich der Versuch, diesen Aufstieg zu begleiten. Nicht ihn zu erzwingen. Ihn zu erlauben.
So wie der Lachs. So wie der Stein. So wie das Wasser. Sie machen es uns vor, es genügt, wie Schauberger genau zu beobachten, um uns dieser Kraft zu öffnen.
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